Einziges Hamburger Referenzzentrum für Chirurgische Koloproktologie

Einziges Hamburger Referenzzentrum für Chirurgische Koloproktologie

Proktologie - Hämorrhoiden, Analfisteln und Analfissuren, TEM

Die Klinik für Chirurgie am Bethesda Krankenhaus Bergedorf unter der Leitung von Professor Dr. Marco Sailer, hat als einzige Hamburger Klinik die Re-Zertifizierung als "Referenzzentrum für Chirurgische Koloproktologie“ erhalten. Die Zertifizierung zum Referenzzentrum war erstmalig 2011 erteilt worden und wurde jetzt bis 2017 erneut ausgesprochen. In Deutschland gibt es 69 solcher Zentren, aber nur 16 haben den besonderen Status als Referenzzentrum. Die Klinik für Chirurgie am Bethesda Krankenhaus Bergedorf ist die einzige Hamburger Klinik, die den Status als Referenzzentrum führen darf. 

Bei der Koloproktologie handelt es sich um die Vorsorge, Prävention und Therapie von Erkrankungen im Bereich des Dickdarm, Mastdarm und Afters. Mehr als jeder zweite Erwachsene leidet unter Beschwerden des Enddarms - der letzten 20 Zentimeter des Dickdarms. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, aber auch jüngere Personenkreise sind betroffen und fühlen sich dadurch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Ab dem 55. Lebensjahr wird eine Vorsorgeuntersuchung von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Nach wie vor haben viele Betroffene ein Schamgefühl bei Erkrankungen im Analbereich. Bei langwierigen, unbehandelten Erkrankungen können sich schwere Folgeschäden entwickeln. Daher sollte auf jeden Fall der Hausarzt oder auch der Spezialist zu Rate gezogen werden.

Eine rechtzeitige Diagnose durch den Dickdarm- bzw. Enddarmspezialisten, den Koloproktologen, kann das Risiko einer lebensbedrohlichen Krankheit, wie zum Beispiel Darmkrebs erheblich vermindern. Die Zertifizierung zum Referenzzentrum für Chirurgische Proktologie wird in Zusammenarbeit der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie (CACP), der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie (DGVC) und der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK) durchgeführt.

Als Referenzzentrum erkennen und behandeln wir alle gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Kolons, Rektums und Anus inklusive Fehlbildungen, Funktionsstörungen und Folgezustände aus vorausgegangenen Verletzungen oder Operationen.

Was sind eigentlich Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind blutgefäßführende Schwellkörper innerhalb des Afters,
die für die Kontinenz von Flüssigkeit und Gasen wichtig sind, somit also eine bedeutsame Funktion haben.Bei Blutung, krankhafter Vergrößerung, oft begleitet von Juckreiz oder anderen Irritationen am After, oder Vorfall vor den After spricht man vom Hämorrhoidalleiden. Je nach Schweregrad unterscheidet man vier Stadien, ab Stadium II sind operative Behandlungsverfahren indiziert.

Wir führen eine stadiengerechte Therapie bei Hämorrhoiden Grad II – IV durch:
  • Staplerresektion nach Longo
  • OP nach Parks, Milligan Morgan, plastische Verfahren
 
Illustration: "Hämorrhoiden"

Longo - Operation

Ein neuer Weg der Hämorrhoidenbehandlung: Die Staplerresektion

Durch Entfernung einer Schleimhautmanschette im Analkanal mit einem speziellen Klammernahtgerät (Stapler), werden die Hämorrhoiden verkleinert und "gerafft". Ein Rest-Schwellkörper bleibt erhalten und damit die auch Feinkontinenz für Flüssigkeit und Gase.

Illustration: "Longo Operation"

Was sind Analfissuren ?

Analfissuren sind nicht heilende, schmerzhafte und häufig blutende Defekte des Afters. Sie entstehen akut z.B. bei Schleimhautrissen durch harten Stuhlgang oder bei Durchblutungsstörungen. Sie können chronisch werden, was zu einer Verengung des Schließmuskels führen kann. Die primäre Therapie erfolgt konservativ mittels einer speziellen Salbenbehandlung. Nur bei hartnäckigen Befunden ist eine Operation notwendig unter penibeler Schonung des Schließmuskels.



  Illustration: "Analfissur"

Was sind Analfisteln?

Eine Fistel ist eine krankhafte Verbindung zwischen zwei Organen, z. B. Darm und Haut. Analfisteln entstehen durch Entzündung der Analdrüsen, dabei bilden sich röhrenförmige Gangverbindungen zwischen After, Mastdarm und äußerer Haut aus, die den Afterschließmuskel in unterschiedlichen Höhen durchbohren können. Häufig kommt es dabei zur Abszeßbildung. Analfisteln heilen in der Regel nur aus, wenn sie vollständig entfernt werden. Dieses muß unter sorgfältiger Schonung des Schließmuskels geschehen, andernfalls resultieren Störungen bis zum Verlust der Kontinenzfunktion mit gravierenden Einschränkungen der Lebensqualität. Durch sorgfältige und befundangepaßte Operationstechniken können derartige Komplikationen nahezu vollständig ausgeschlossen werden.


Illustration: "Analfisteln"

Transanale Endoskopische Mikrochirurgische Exzision (TEM) von gut- und bösartigen Tumoren des Rektums und des Analkanals

Mit dieser minimalinvasiven Methode werden Polypen und Tumoren des Analkanals sowie des Mastdarms unter Kamerasicht transanal, d.h. vom After aus, vollständig im gesunden Gewebe enfernt. Mit speziellen Operationsinstrumenten gelingt es, auch hochsitzende Befunde, die sonst nur mit einer großen Bauchoperation zu erreichen wären, vom Enddarm aus zu operieren. Bei tiefsitzenden bösartigen Geschwülsten kann durch dieses Verfahren häufig ein künstlicher Darmausgang vermieden werden.

 

Foto: großer, breit aufsitzender Tumor im Enddarm

Foto: Exzision des Tumors

 
 

Foto: Exzision des Tumors

Foto: Abschluss der Operation