Demenzsensibles Krankenhaus

Demenzsensibel

Liebe Angehörige,

wenn Ihr Angehöriger eine Demenz hat, begleiten Sie den Patienten möglichst während des Krankenhausaufenthaltes. Als Bezugsperson können Sie dazu beitragen, seine Situation erheblich zu verbessern. Dabei dürfen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren. Wenn Sie sich unsicher sind, wie eine gute Lösung aussehen könnte, können Sie sich an unsere Experten der Stabsstelle Demenz, Frau Silke Risse und Frau Christine Faßbender, wenden und sich Unterstützung holen.

Bei starker nächtlicher Unruhe des dementiell erkrankten Patienten besteht die Möglichkeit, dass eine Bezugsperson bei dem Erkrankten übernachten kann. Melden Sie sich bei der Stationsleitung, die mit Ihnen die Bedingungen bespricht.

Teilen Sie den Pflegekräften mit, wenn Sie in schwierigen pflegerischen Situationen (z.B. bei der Körperpflege, beim Essen oder während Untersuchungen) Ihre Angehörigen unterstützen möchten oder in Krisen und unvorhergesehenen Ereignissen benachrichtigt werden wollen.

 

Anmeldung und Aufnahme

Ohne Formalitäten geht es leider auch im Krankenhaus nicht. Bringen Sie bitte einen Einweisungsschein, den Personalausweis und die Versicherungskarte mit. Falls vorhanden, die Ergebnisse vorangegangener Untersuchungen, Röntgenbilder und bisher eingenommener Medikamente.

Pflegeanamnese

In der Versorgung dementiell erkrankter Patienten hat die Pflegeanamnese eine besondere Bedeutung, da sich die Patienten nur eingeschränkt über die Situation, ihre Erkrankung, ihr Befinden und ihre Bedürfnisse äußern können, z.B. : Welche besonderen Gewohnheiten hat der Patient, die für seine Versorgung wichtig sind, etwa beim Essen oder Einschlafen? Welche biographischen Ereignisse sind wichtig, um Verhaltensweisen des Patienten verstehen zu können? Oder wie äußert der Patient Schmerzen?

Bringen Sie gerne persönliche Fotos Ihrer Familie in Kopie mit oder lassen Sie diese auf den Stationen fotokopieren. Persönliche Fotos können das Wohlbefinden und die Orientierung der Demenzerkrankten fördern. Wichtig ist auch, dass vorhandene Hilfsmittel (z.B. Hüftprotektorenhosen, Brille, Hörgeräte, Zahnprothesen) mitgegeben werden. Gerade Demenzkranke sind durch die Aufnahme in ein Krankenhaus verängstigt und beunruhigt. Zusätzliche Wahrnehmungseinschränkungen verstärken die Symptome und gefährden sie unnötig. Persönliche Hilfsmittel schützen Patienten vor Folgeerscheinungen wie z.B. Stürzen, mangelnder Nahrungsaufnahme und verstärkter Desorientierung.

Demenziell erkrankte Personen mit Weg-/Hinlauftendenz haben ein besonderes Schutzbedürfnis. Deswegen halten wir für diese Patienten besondere Schutzmaßnahmen vor. Wenn wir dieses Schutzbedürfnis bei Ihnen oder Ihren Angehörigen feststellen, sprechen wir Sie an. Sollten Sie schon zuhause oder in der stationären Einrichtung dieses Schutzbedürfnis festgestellt haben, informieren Sie uns bitte bei der Aufnahme.

Ehrenamtliche Helfer

Unsere Grünen Damen und Herren sind unseren Patienten bei vielerlei Dingen behilflich. 19 von ihnen haben sich speziell schulen lassen, um gerade auch demenziell erkrankten Patienten zur Seite zu stehen. Sie arbeiten alle ehrenamtlich, für sie gilt selbstverständlich die Schweigepflicht. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, begleiten ängstliche und unruhige Patienten zu den Untersuchungen und erledigen kleinere Besorgungen für sie.

Gesprächszeiten für Angehörige

Auf den Stationen gibt es feste Zeiten. Werktags: 15:00-15:30 Uhr. Auf der Chirurgie vereinbaren Sie bitte mit dem Pflegepersonal der Stationen oder den Stationsärzten einen Gesprächstermin, damit diese ausreichend Zeit für Ihre Fragen zur Krankheit und dem weiteren Heilungsprozess haben.

Krankenhaus-Seelsorge

Unsere Seelsorger stehen unseren Patienten zur Seite. Sie unterstützen sie in der Ausübung ihres Glaubens, mit Gebeten, Liedern und rituellen Handlungen, aber auch durch Zuwendung und Gesprächsbegleitung insbesondere auch bei dementiell erkrankten Patienten. Im Raum der Stille können Patienten und Mitarbeiter wie in einer „Oase" Zuflucht suchen. Zudem findet jeden zweiten Sonntag ein Gottesdienst, zu dem wir Sie herzlich einladen, im Raum der Stille statt. Die Termine werden auf Info-Tafeln im Krankenhaus und im hauseigenen Fernseh-Kanal KIK angekündigt. Fragen Sie aber bitte auch gerne die Mitarbeiter auf den Stationen nach den Terminen.

Entlassung/Nachsorge

Denken Sie bei der Aufnahme schon an die Entlassung. Nehmen Sie deswegen frühzeitig Kontakt zum Arzt und dem Sozialdienst auf, sprechen Sie Ihre Vorstellungen an, damit rechtzeitig alles organisiert werden kann.

Ein neues Angebot für unsere Patienten

Unser Krankenhaus hat das Sortiment an dementengerechten Filmen im KrankenhausInformationsKanal KIK (Kanal 11) erweitert.  Inhaltlich sind die Filme besonders auf Patienten mit kognitiven Einschränkungen ausgerichtet. Es werden Alltagssituationen und Ausflüge miterlebt, sie sind mit klassischer Musik unterlegt, oder laden zum Mitsingen ein. Die Sendezeiten sind 11.00 Uhr und 15.00 Uhr. Folgende Sendungen werden angeboten:

  • Ein Tag im Tierpark

  • Musik - gemeinsam singen

  • Hunde - unseren Treuen Freunde

  • Haushaltsglück

  • Unser schöner Garten.

Die Filme wurden im Rahmen des Projektes "Ilses weite Welt" von der AOK-Verlag GmbH zur Verfügung gestellt mit dem Anspruch "Die Beziehung zwischen Betroffenen und Pflegenden zu stärken und eine Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen." Weitere Informationen und Unterstützung für Angehörige und dementiell Erkrankte finden Sie unter: ilsesweitewelt.de

Kontakt und weitere Informationen

Silke Risse und Christine Faßbender

Stabsstelle Demenz
Fachkräfte für Geriatrie und Demenz

Weitere Informationen finden Sie in unserem Flyer.

Sie können uns auch per Fax.: 040 72554-1347 oder telefonisch erreichen.

 

Telefon: 040 72554-1345, 040 72554-1346

Informationen zu Hilfen und Materialien zur Unterstützung